Tränen beim letzten „Dinner auf Gothsch“?

Andreas M. Cramer, Autor des „Dinner auf Goth’sch“, führte 15 Vorstellungen lang als Conférencier durch den Dinnerabend. (Foto: KreativWerkstatt)

 

Nach neun Jahren und 15 Aufführungen mit rund 10.000 Zuschauern fällt am 30. Dezember im Kulturhaus der vorerst letzte Vorhang für das Silvester-Kultstück „Dinner for One auf Goth’sch“. „Oscar am Freitag“ sprach mit dem Autor und Conférencier Andreas M. Cramer.

Herr Cramer, der Schlussakt naht. Nach dem diesjährigen Theaterabend ist erst einmal Schluss mit „Dinner for One auf Goth’sch“. Ganz ehrlich: Sind die Tränen schon nahe?

Nicht, solange ich meinen Auftritt noch vor mir habe und einen perfekten „Dinner“-Abend abliefern muss. Da bleibt vor Anspannung keine Zeit für Wehmut. Aber wer weiß, was nach dem letzten Vorhang passiert? Vielleicht breche ich ja hinter der Bühne mit einem Weinkrampf zusammen. (lacht)

Ist die Vorbereitung für die Auftritte im Kulturhaus mittlerweile ein Selbstläufer?

Wir müssen schon noch etwas tun. Aber Schluder und Sophie sind so eingespielt, dass das Stück schon nach ein, zwei Proben wieder perfekt sitzt. Und ich kann den größten Teil meiner Conférence inzwischen auch fast im Schlaf aufsagen. Nur einen kleineren Teil muss ich ja jedes Jahr neu schreiben und einüben.

Wie lassen Sie die letzte Vorstellung am Silvester-Vorabend ausklingen? Haben Sie eine eigene Schluss-Sequenz geplant?

Am „Dinner“ selbst ändert sich nichts – am Ende verschwindet Schluder wie gewohnt mit Sophie, nachdem er versprochen hat, wie immer sein Bestes zu geben. Aber ich werde zum Abschluss als Dankeschön alle auf die Bühne bitten, die im Hintergrund für uns arbeiten. Wer kennt schon unsere Maskenbildnerin, die Requisiteure oder den Regisseur? Ohne die liefe aber nichts, deshalb sollen sie einmal ihren ganz eigenen Applaus bekommen. Und dann gibt es für das „Dinner“-Team selbstverständlich noch eine kleine After-Show-Party mit Sekt und allem Drum und Dran.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Gibt es schon etwas Neues in der Planung?

Was Theater angeht, nein. Da möchte ich auch erst einmal eine Pause einlegen. Aber ich habe seit längerem ein paar goth’sche Buchprojekte halbfertig in der Schublade liegen, die realisiert werden wollen. Und wer weiß, ob ich danach nicht irgendwann wieder Lust auf das goth’sche „Dinner“ bekomme?

 

(veröffentlicht im Dezember 2017)