Eisbär Knut: heimlicher Star des goth’schen „Dinners“

Dinner 7

Knut der Eisbär liegt beim goth’schen Dinner-Abend nicht einfach nur herum! Er sieht sich selbst als den heimlichen Star der Aufführung, dem die Darsteller von Herzogin Sophie und Diener Schluder den Ruhm streitig machen. (Foto: KreativWerkstatt)

 

Silvester ist, wenn Herzogin Sophie und Diener Schluder im Kulturhaus zum „Dinner auf Goth’sch“ einladen. Seit 2009 zieht der bislang stets ausverkaufte Kultklassiker am 30. und 31. Dezember nicht nur die echt goth’schen Lappenhöger ins Kulturhaus. Im Vorfeld des diesjährigen „Dinner“-Abends sprach „Oscar am Freitag“ exklusiv mit dem heimlichen Star des Stücks, dem Eisbären Knut.

Knut, du bist seit 2009 beim goth’schen „Dinner“ dabei. Wieso gibst du erst jetzt Dein erstes Interview?

Ich bin ein sehr zurückhaltender Darsteller und spiele mich nicht gern in den Vordergrund. Aber ich habe es satt, immer nur wie eine Requisite behandelt zu werden. Diese Geringschätzung lasse ich mir nicht mehr bieten.

Aber du tust doch im Stück auch nicht viel mehr, als bloß herumzuliegen, oder?

Bloß herumliegen? Um so überzeugend einen Vorleger darzustellen, bedarf es jahrelanger Übung und viel Konzentration. Trotzdem heimsen Herzogin Sophie und vor allem Schluder den kompletten Beifall ein. Ich bekomme nichts außer Tritte vor den Kopf. Ist das fair?

Das hört sich nach einem schwierigen Verhältnis zum Star der „Dinner“-Abende an?

Schluder soll der Star sein? Mal ehrlich: Ohne mich sähe der alt aus und würde kaum einen Lacher ernten. Erst durch mich wird das Ganze witzig. Wenn da nur nicht immer diese gräßlichen Kopfschmerzen nach den Aufführungen wären!

Wie wäre es denn mal mit einem „Dinner“ mit vertauschten Rollen? Schluder liegt auf dem Boden und du stolperst über ihn.

Wenn es nach mir ginge, hätten wir das schon vor Jahren gemacht. Das Problem ist nur, dass Herzogin Sophie das nicht möchte. Sie will immer „alles genausu wie voors Jahr“ haben.

Also wirst du auch dieses Jahr wieder gute Miene zum bösen Spiel machen?

Ja, muss ich wohl. Aber ich bin schließlich Profi und werde wie immer für mein Publikum das Beste geben. Vielleicht bekomme ich ja dieses Jahr mal Applaus für meine Darstellung.

 

(veröffentlicht im November 2014)