Britische Fähnchen zum goth’schen Dinner und 1.951 Euro für Orangerie-Spendenaktion

Auch wenn Diener Schluder (Ralph-Uwe Heinz) nicht alle Wünsche seiner Dienstherrin, der Herzogin Sophie (Anja Gottschall), gefallen, serviert er ihr doch Jahr für Jahr zum 90. Geburtstag das „Dinner for One auf Goth'sch“. (Foto: Kim Raddatz)

Auch wenn Diener Schluder (Ralph-Uwe Heinz) nicht alle Wünsche seiner Dienstherrin, der Herzogin Sophie (Anja Gottschall), gefallen, serviert er ihr doch Jahr für Jahr zum 90. Geburtstag das „Dinner for One auf Goth’sch“. (Foto: Kim Raddatz)

 

Endgültig Kult geworden zu sein scheint das „Dinner for One auf Goth’sch“, das am Silvestervorabend zum bereits vierten Mal im ausverkauften Gothaer Kulturhaus unter Beifallsstürmen über die Bühne ging. Und obwohl die zu Deutschlands größter „Dinner“-Veranstaltung geladene britische Königin Elizabeth II. dem Abend fernblieb, tat das der Begeisterung der Zuschauer keinen Abbruch. Grund zur Freude hatten auch die „Orangerie-Freunde“, die an diesem Abend beim Getränkeverkauf beachtliche 1.951 Euro für ihre Spendenaktion erlösten.

Die bereits vierte Auflage des „Goth’schen Dinner-Abends“ stand ganz im Zeichen des Diamantenen Thronjubiläums der britischen Königin Elizabeth II. Autor und Conferenciér Andreas M. Cramer bedauerte sehr, dass die Queen auch 2012 noch nicht der wiederholten Einladung zum Besuch des goth’schen „Dinners“ gefolgt war. Für große Heiterkeit sorgte der von ihm mit einem Augenzwinkern präsentierte Hut der Queen, den diese den „Dinner“-Machern angeblich als Zeichen ihrer Verbundenheit zu Gotha übersandt hatte. Und trotz der Abwesenheit der Monarchin schwenkten sämtliche knapp 800 Zuschauer bei der Nationalhymne „God save the Queen“ begeistert britische Fähnchen.

Anja Gottschall als würdevolle Herzogin Sophie und Ralph-Uwe Heinz als ihr schusseliger Diener Schluder rissen wie schon in den Vorjahren mit ihren goth’schen Sprüchen und zahlreichen lokalen Anspielungen das Publikum zu Lachstürmen hin. Heinz ließ sich auch durch eine kleine, im Überschwang des Spieles entstandene Panne mit seinem Mikrofonset nicht davon abhalten, das Stück routiniert zu Ende zu bringen und sorgte dadurch für zusätzlichen Beifall und Füßetrampeln.

Regisseur Kai Kretzschmar zeigte sich überaus zufrieden mit dem Abend, der bereits im Vorfeld erstmals für überregionale mediale Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Der am Vortag zur besten Sendezeit im MDR gezeigte Beitrag zum goth’schen „Dinner“, das laut den „Dinner“-Machern seine Ursprünge in der Residenzstadt hat, sei mit dem dabei präsentierten „Gotano“ und einem „Gothaer Kranz“ schließlich „eine prima Werbung nicht nur für die Veranstaltung, sondern auch für die Stadt selbst gewesen“, so Kretzschmar.

Zufrieden waren auch die „Orangerie-Freunde“, die wie schon in den beiden Vorjahren den Getränkeverkauf beim Theaterabend übernommen hatten. Unter dem Strich konnte der Verein in diesem Jahr beachtliche 1.951 Euro als Spende für die weitere Sanierung des „Lorbeerhauses“ erlösen.

 

(veröffentlicht im Januar 2013)