Auf dem Weg zum Kult: Echt goth’scher Dinner-Abend

Im mittlerweile dritten Jahr begeisterten Anja Gottschall als Herzogin Sophie von Sachsen-Gotha-Altenburg und Ralph-Uwe Heinz als ihr Diener Schluder am Silvestervorabend im Kulturhaus beim „Dinner for One auf Goth'sch“. (Foto: Kim Raddatz)

Im mittlerweile dritten Jahr begeisterten Anja Gottschall als Herzogin Sophie von Sachsen-Gotha-Altenburg und Ralph-Uwe Heinz als ihr Diener Schluder am Silvestervorabend im Kulturhaus beim „Dinner for One auf Goth’sch“. (Foto: Kim Raddatz)

 

Zum Kultstück scheint das „Dinner for One auf Goth’sch“ zu avancieren. Der mittlerweile dritte Dinner-Abend fand am Silvestervorabend im erneut ausverkauften Kulturhaus ein begeistertes Publikum. Die rund 800 Zuschauer hatten wie schon in den Vorjahren riesigen Spaß sowohl an der Lesung in goth’scher Mundart als auch dem Theaterstück. Grund zur Freude hatten auch die „Orangerie-Freunde“, die beim Getränkeverkauf beachtliche 1.200 Euro für ihre Spendenaktion erlösten.

Mit einem Augenzwinkern hatte Autor Andreas M. Cramer als Conferenciér den Dinner-Abend als „eigentliche Abschlussveranstaltung“ des Deutsch-Englischen Jahres in Gotha angekündigt. Und obwohl er nicht wie beabsichtigt die Schirmherrin Queen Elizabeth II. als Stargast präsentieren konnte, tat das dem Spaß der Besucher keinen Abbruch: Beim Abspielen der Nationalhymne „God save the Queen“ standen etliche sogar auf und schwenkten kleine Fähnchen mit dem „Union Jack“.

„Das wäre toll, wenn solche Kleinigkeiten bei unserem Dinner-Abend Kult würden“, freute sich Darsteller Ralph-Uwe Heinz, der wie in jedem Jahr mit vollem Körpereinsatz den stolpernden, trinkenden und goth’sche Sprüche reißenden Diener Schluder gab und die Zuschauer mehrfach zu Zwischenapplaus hinriss. Auch Anja Gottschall begeisterte in der Rolle der 90-jährigen Herzogin Sophie durch ihr nuanciertes Spiel. „Wir versuchen eben, niemals Routine aufkommen zu lassen und jedes Jahr noch ein bisschen besser zu werden“, resümierte Regisseur Kai Kretzschmar dann auch zufrieden am Ende des nun schon im dritten Jahr erfolgreichen Theater-Events.

Zufrieden waren auch die „Orangerie-Freunde“, welche wie schon im Vorjahr den Getränkeverkauf beim Dinner-Abend übernommen hatten. Unter dem Strich konnte der Verein beachtliche 1.200 Euro als Spende für die weitere Sanierung des „Lorbeerhauses“ verbuchen. Für sie sei es Ehrensache, so die „Dinner“-Veranstalter Kretzschmar und Cramer, sich für eine so echt goth’sche Sache wie die Orangerie zu engagieren. Und getreu dem Motto „Alles genauso wie jedes Jahr!“ werde es natürlich auch 2012 wieder einen kultigen Dinner-Abend im Kulturhaus geben.

 

(veröffentlicht im Januar 2012)