Post aus dem Buckingham Palace für goth’sche „Dinner“-Macher

Andreas M. Cramer, Autor des Silvester-Kultklassikers „Dinner for One auf Goth’sch“, mit dem im Buckingham Palace abgestempelten Brief und der Dankeskarte von Prinz William und Herzogin Kate für die „Dinner“-Macher. (Foto: Kai Kretzschmar)

 

Über Post aus dem Buckingham Palace konnten sich dieser Tage die Macher des „Dinner for One auf Goth’sch“ freuen. Autor Andreas M. Cramer und Regisseur Kai Kretzschmar hatten William und Kate, dem Herzogspaar von Cambridge, zur Geburt ihrer Tochter Prinzessin Charlotte am 2. Mai ein großes Plüsch-Eisbärfell geschenkt, wie es alljährlich beim goth’schen Dinner-Abend als Requisit auf der Bühne liegt. Jetzt bedankten sich die königlichen Hoheiten mit einer Karte für das Geschenk an ihren Sprössling.

„Lieber Herr Cramer und Herr Kretzschmar, der Herzog und die Herzogin von Cambridge waren sehr gerührt von dem wohlüberlegten Geschenk, das Sie freundlicherweise aus Anlass der Geburt ihrer Tochter Charlotte übersandt haben. Ihre Königlichen Hoheiten waren überwältigt von all den wundervollen Nachrichten und Geschenken, die sie bekommen haben, und senden Ihnen ihren wärmsten Dank und die besten Wünsche.“ – lautet übersetzt der Text auf der offiziellen Dankeskarte von William und Kate.

Grund für das nicht alltägliche Geschenk der beiden „Dinner“-Macher für den jüngsten Spross des Hauses Windsor: Dank Prinz Williams Vorfahren aus dem Gothaer Herzogshaus fließt in den Adern seiner Tochter auch ein bisschen goth’sches Blut. Und Charlottes berühmter Urahn Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha soll einst die Geschichte vom einsamen Geburtstagsessen seiner Gothaer Großmutter, der Herzogin Sophie Karoline Amalie, nach Großbritannien gebracht haben. Zumindest, wenn man dem Autor Andreas M. Cramer Glauben schenkt, der – wenn auch mit einem Augenzwinkern – stets beteuert, dass das „Dinner for One“ also keineswegs englisch, sondern echt goth’sch sei.

Die Erinnerung an die Verbindung des Silvester-Kultklassikers mit dem britischen Königshaus halten Regisseur Kretzschmar und Autor Cramer bei ihrem seit 2009 gespielten und bislang stets ausverkauften Theaterspektakel lebendig, das mit alljährlich 1.600 Zuschauern zur mittlerweile größten „Dinner“-Veranstaltung Deutschlands avanciert ist. So können die Zuschauer im Gothaer Kulturhaus auch in diesem Jahr wieder am 30. und 31. Dezember britische Fähnchen zur Nationalhymne „God save the Queen“ schwenken, um des Gotha-Besuchs von Prinz Albert und Königin Victoria im August 1845 zu gedenken – des bislang einzigen Besuch eines britischen Königspaares in der Residenzstadt. Und für den Fall, dass es nicht der letzte war, werden stets zwei besondere Plätze für Mitglieder der Royal Family freigehalten.

Wer sehen will, wie Herzogin Sophie (Anja Gottschall) zu Silvester allein ihren 90. Geburtstag feiert und ihr schusseliger Diener Schluder (Ralph-Uwe Heinz) immer wieder über das Fell des widerspenstigen Eisbären Knut stolpert, sollte sich jetzt Karten besorgen. Diese gibt es in der Tourist-Information Gotha und im Internet unter www.proticket.de.

 

(veröffentlicht im Juli 2015)